Autorin

1990 war ein durchaus denkwürdiges Jahr. Nicht nur, weil ich im Winter dieses Jahres die große Weltbühne betrat – durch den Hinterhofeingang Halle/Saale –, sondern auch, weil es kaum einen besseren Zeitpunkt hätte geben können, direkt im Prozess des Mauerfalls. Soweit ich mich zurückerinnern kann, war ich schon immer ein Freigeist. Als hätte ich die Aufbruchsstimmung und das Streben nach Selbstbestimmtheit bereits im Mutterleib aufgesogen, kennen meine Kreativität und mein Entdeckungsdrang keine Grenzen. Angeblich ja typisch für mein Sternzeichen: Wassermann. Dabei weiß ich gar nicht mehr, was zuerst da war; meine Leidenschaft für Literatur, also dem Lesen und Schreiben, oder aber mein Interesse am Sport.

Auf dem Weg zum Abitur betrieb ich 8 Jahre lang Judo erfolgreich als Leistungssport. Zur gleichen Zeit zogen mich Bücher in ihren Bann, wobei das Lesen den Drang verstärkte selbst zu Stift und Papier zu greifen. Schon damals hatte ich den großen Wunsch, meine kreative Energie unbedingt einmal in einen Roman zu verwandeln. Entsprechend landete kurz vor dem Abitur dieser Punkt auf einer „Was ich in 10 Jahren erreicht haben will“-Liste.

Doch auch, wenn mich diese Leidenschaft nie losließ, so musste ich dieses Ziel, ebenso wie den Vereinssport, beiseiteschieben, um einer anderen Passion den Vortritt zu lassen: der Psychologie. Mehr als 4 Jahre führte mich diese in die schöne Stadt Dresden. Während des Studiums schrieb ich statt Erzählungen und Gedichten nur mehr Klausuren und wissenschaftliche Arbeiten. Und statt andere auf die Matte zu schicken turnte ich beim Yoga nun selbst auf dieser oder ging Klettern in der Sächsischen Schweiz.

Ende 2012 schloss ich mein Studium erfolgreich ab. Ich war nun 22 Jahre alt. Als frischgebackene Diplom-Psychologin zog es mich in den hohen Norden Deutschlands. In Kiel fand ich eine Promotionsstelle, die mich, ohne dass ich es ahnte, zurück auf die Zielstraße führte. Ich arbeitete in einem Projekt zur Bewegungsförderung bei Jugendlichen. Genau mein Ding. Auch in meinem eigenen Leben gewann der Sport wieder die Oberhand. Ich meldete mich im Fitnessstudio an, begann den Kitesport, probierte neueste Sporttrends wie Crossfit und Freeletics aus und machte sogar meine Trainerlizenz. 

Auf professioneller Ebene schrieb und veröffentlichte ich während dieser 3 Jahre eine Reihe von wissenschaftlichen Artikeln in Fachzeitschriften. Doch nicht nur das: Als Doktorandin am Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung kam ich erstmals mit dem Thema Sitzen aus gesundheitlicher Sicht in Berührung. Das Sitzen wurde zu meinem Thema. Damit beschäftigte ich mich nicht nur in meiner Doktorarbeit. Denn letztendlich kam es wie es kommen musste: Meine Leidenschaft für die Literatur, die Tatsache, hauptsächlich für Wissenschaftler zu schreiben, und die überraschenden Erkenntnisse zum Thema Sitzen veranlassten mich dazu, dieses Wissen auch den „normalen“ Mitbürgern zugänglich zu machen.

Während einer einjährigen Work-and- Travel-Reise durch Australien vollendete ich es: mein erstes Buch. Zwar habe ich mein Ziel, einen Roman zu schreiben, bisher nicht erreicht, dafür aber etwas viel Wichtigeres: ein Stückchen Wissenschaft für alle greifbar zu machen. Ich freue mich sehr für jeden einzelnen, der durch meine und die im Buch beschriebenen Erkenntnisse ein wenig gesünder und vielleicht auch länger leben kann.

 

Ich betreibe den Blog www.movethemovement.com, der sich rund um das Thema Bewegung dreht: von wissenschaftlichen Studien über die besten Trainingsmethoden bis hin zu Tipps für einen bewegten Alltag.

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