Frankfurter Buchmesse 2017 – Meine Erfahrungen

Zu meiner Schulzeit waren wir jedes Jahr auf der Leipziger Buchmesse. Schon damals habe ich gern gelesen und fand nicht nur die vielen Lesungen, sondern auch den Trubel und die vielen kostenlosen Mitnehmsachen super. Mehr als 10 Jahre später hat sich das alles ein wenig geändert: Ich war zum ersten Mal nicht in Leipzig, sondern in Frankfurt auf der Buchmesse und anders als damals nun nicht mehr als Besucherin, sondern als Autorin.

Zwei Tage und viele, viele Eindrücke

Als Erstautorin bisher ohne bahnbrechende Verkaufszahlen war ich zu keinem spezifischen Anlass, wie etwa einer Lesung oder Autogrammstunde, eingeladen, sondern auf eigene Faust dort. Dabei war ich sowohl am Donnerstag (nur für Fachbesucher) und am Sonntag (Besuchertag) dort. Vom Verlag wusste ich, dass mein Buch ausliegen würde. Das ist an sich natürlich schon einmal eine coole Sache, sein eigenes Buch bei der weltgrößten Bücherschau ausgestellt zu sehen. Wie viele Besucher sich dann aber tatsächlich genau zu dem Ausstelltisch verirrten, auf dem mein Buch lag und denen es dann auch noch unter all den anderen Büchern zwischen die Finger geriet, bleibt offen. Das Angebot kann immerhin ganz schön überwältigend sein.

Nur so zum Spaß?

Ganz ohne Eigenwerbung wollte ich dann aber doch nicht vor Ort gehen. Da wir für das Verteilen von Flyern oder dergleichen eine ziemlich kostenintensive Genehmigung gebraucht hätten, entschieden sich mein Freund und ich, bedruckte T-Shirts vor Ort zu tragen. Diese haben mit dem Slogan „Sitzen ist fürn Arsch“ und dem Buchcover auf jeden Fall für einige Schmunzler und hoffentlich auch spätere Käufe gesorgt. Messen lässt sich der Erfolg dieser Maßnahme im Einzelnen allerdings schwer.

Aufgefallen sind wir damit aber durchaus – zumindest bei den Fachbesuchern. Diese trugen in der Regel „normale“ Bürokleidung, wodurch bedruckte, weiße Oberteile und dann auch noch im Doppelpack definitiv aus der Masse hervorstachen. Am Sonntag, einem der regulären Besuchertage, gestaltete sich das Auffallen allerdings geradezu unmöglich. Als Comic- und Animefiguren verkleidet zogen Teilnehmer eines Cosplay-Wettbewerbs alle Blicke auf sich (für alle, die sich gerade fragen, was Cosplay ist: Laut Wikipedia handelt es sich dabei um einen japanischen Verkleidungstrend, bei dem die Teilnehmer eine Figur – aus Manga, Anime, Comic, Film oder Computerspiel – durch Kostüm und Verhalten möglichst originalgetreu darstellen. War mir vorher auch nicht bekannt 😉 ).

Mein Fazit

Als Bücherliebhaberin, Leseratte und nun auch Autorin ist so eine Buchmesse schon toll, schließlich dreht sich alles nur um eines: das geschriebene Wort zwischen zwei Buchdeckeln. Da funkeln die Augen 🙂 Außerdem bekommt man ein gutes Gefühl für die aktuellen Trends: Was für Bücher überschwemmen zurzeit den Markt und welche finden eher am Rande statt. Allein dafür hat sich der Besuch wirklich gelohnt. Obendrauf die Chance zu haben, sein eigenes Buch dort ausliegen zu sehen, ist ebenfalls ganz großes Kino. Aus beruflicher Sicht als relativ unbekannte Erstautorin und dann auch noch eines Sachbuches lässt sich auf so einer Messe aber nicht allzu viel reißen. Oder wie seht ihr das? 🙂

2 comments on “Frankfurter Buchmesse 2017 – Meine Erfahrungen

  1. Hallo Frau Sichert,
    ich finde Ihre Idee persönlich vor Ort zu sein wichtig, mutig und sicherlich effektiv, auch wenn es vielleicht eine Weile dauern wird, bis sich ihr Buch einen Bekanntheitsgrad erarbeitet. Ich fände es toll, wenn ich einen Autor persönlich treffe und Fragen stellen kann. Außerdem habe ich mich selbst mit diesem Thema in meiner Zulassungsarbeit beschäftigt – im Rahmen meines Lehramtsstudiums – und bin ebenfalls der Meinung, dass Sitzen schon viel zu früh, nämlich im Grundschulalter, die Gesundheit belastet – deshalb ein Thema unserer Zeit!

    1. Vielen Dank für Ihren Kommentar und die ermutigenden Worte. Ich stimme Ihnen leider zu, dass bereits Grundschüler unterm vielen Sitzen leiden. Das ist auch die Zeit, in der ihnen nicht nur der natürliche Bewegungsdrang, sondern auch ihre natürlichen Bewegungskompetenzen abhandenkommen bzw. abtrainiert und wegerzogen werden. Für eine Lösung ist die Gesellschaft als Ganzes gefragt.

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